Kunstgeschichten

Warum Künstlerinnen?

Künstlerinnen haben selten die gleichen Schaffensbedingungen wie ihre männlichen Kol­legen vorgefunden und wurden lange Zeit von der Kunstgeschichte und der Öffentlichkeit vernachlässigt. Es lohnt sich hinzuschauen und ihre Werke zu entdecken.

Vorträge

Die Bauhaus-Frauen

Das Bauhaus ist seit über 100 Jahren bekannt für zeitloses Design bei Möbeln und Gebrauchsgegenständen, weniger bekannt ist, dass viele Frauen hier Besonderes hervorgebracht haben. Walter Gropius, der Direktor des Bauhauses, hatte „absolute Gleichberechtigung“ propagiert. Mit dem großen Andrang von Frauen am Bauhaus hatte er jedoch nicht gerechnet und so fanden sich die Schülerinnen überwiegend in der Textilklasse wieder. Aber auch hier zeigten sie ihr Können und trugen maßgeblich zum Erfolg des Bauhauses bei. Leider wurden die Gestalterinnen in den vergangenen Jahrzehnten in der Öffentlichkeit zu wenig beachtet. Wir holen dies jetzt nach.
Lernen Sie eine Vielzahl von Bauhaus-Frauen kennen, wie beispielsweise die Weberin und Bauhausmeisterin Gunta Stölzl oder die Metallgestalterin und Fotografin Marianne Brandt oder die Keramikkünstlerin Marguerite Friedlaender-Wildenhain oder, oder, oder….

Niki de Saint Phalle (1930-2002): Mehr als nur „Nanas“

Vom Fotomodell zur Künstlerin – Mehr zu Leben und Werk der bekannten Künstlerin er­fahren Sie in diesem Vortrag. In den 60er Jahren wird Niki de Saint-Phalle als Künstlerin durch ihre „Schießbilder“ bekannt und provoziert die Öffent-lichkeit. Mit den „Nanas“ entwi­ckelt sie ein eigenes Frauenbild, das sich in verschiedenen Ausformungen zeigt. In den 70ern werden die 3 „Nanas“ in Hannover am Leineufer aufgestellt und lösen damit eine große Diskussion über „Kunst im öffentlichen Raum“ aus. Mosaike sind in ihrem letzten Schaffensab-schnitt ihr bevorzugtes Gestaltungsmittel. Im „Tarotgarten“ in der Toscana fin­det diese Kunst ihre Vollendung in den monumentalen und teilweise auch begeh- und be­wohnbaren Skulpturen. Eines ihrer letzten Projekte befindet sich ebenfalls in Hannover: Es ist die mit Mosaiken von ihr ausgestaltete Grotte in den Herrenhäuser Gärten.

2026: 150. Geburtstag von Paula Modersohn-Becker (1876-1907)

„Ich weiß, ich werde nicht sehr lange leben“, schreibt Paula Modersohn-Becker mit 24 Jah­ren in ihr Tagebuch. Bis zu ihrem Tod im Jahre 1907 schafft sie ein Gesamt-werk von über 700 Gemälden und 1000 Zeichnungen. Paula Modersohn-Becker ist von der Kunst Otto Modersohns, einem der Mitbegründer der Worpsweder Maler-kolonie und ihrem späteren Ehemann, so fasziniert, dass sie in das kleine Moor-dorf übersiedelt. Während mehrerer Parisaufenthalte wird sie mit der Kunst von Cézanne und Gauguin konfrontiert. Diese Ein­flüsse paart die Künstlerin mit ihren Eindrücken des Landlebens: Ihre Modelle sind u. a. Armenhäuslerinnen und Kinder. Zu ihren Lebzeiten stieß das Werk Paula Modersohn-Beckers in der zeitgenössischen Kunstkritik auf Unverständnis. Heute gehört ihr OEuvre zu den bedeutendsten der Kunst­geschichte.

Clara Rilke-Westhoff (1878-1954)

„Die möchte ich zur Freundin haben. Groß und prachtvoll anzuschauen ist sie und so ist sie als Mensch und so ist sie als Künstler“, notiert Paula Becker 1898 in ihr Tagebuch. Die beiden Frauen begegnen sich erstmals bei ihrem Lehrer Fritz Mackensen in Worpswede und das ist der Anfang einer innigen Freundschaft. Zu dem Freundeskreis in Worpswede stößt auch der Dichter Rainer Maria Rilke und es entwickelt sich eine Liebesbeziehung.
Das bildhauerische Talent von Westhoff führt dazu, dass sie in Paris bei dem angesehenen Bildhauer Auguste Rodin studiert. Nach vielen rastlosen Jahren lässt sich Clara Rilke-Westhoff schließlich 1917 in Fischerhude nieder und widmet sich verstärkt der Malerei.
Erfahren Sie mehr zu dieser interessanten Künstlerin in einem kurzweiligen Kunstvortrag.

2027: 150. Geburtstag von Gabriele Münter (1877-1962)

Gabriele Münter ist neben Paula Modersohn-Becker wohl die bekannteste deutsche Künstlerin. Sie ist die Künstlerin der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“. Wassily Kandinsky war ihr Lehrer und zeitweise auch ihr Lebenspartner. Die Malerin, Grafikerin und Fotografin wird in diesem Vortrag mit ihren Werken vorgestellt. In neuerer Zeit wird ihrer Kunst der Rang zuteil, der ihr im Rahmen der Avantgarde der deutschen Malerei gebührt. Sogar der renommierteste Kunstpreis für Bildende Künstlerinnen in Deutschland wurde nach ihr benannt: der Gabriele-Münter-Preis.

Marianne von Werefkin (1860-1938):
„Ich bin nicht Mann, ich bin nicht Frau, ich bin ich.“

Die in Russland geborene Malerin Marianne von Werefkin ist eine schillernde Persönlich­keit. Schon früh wird ihr zeichnerisches Talent entdeckt und gefördert. 1892, sie ist bereits als Künstlerin anerkannt, lernt sie den vier Jahre jüngeren Malschüler Alexej Jawlensky kennen und fördert ihn. 1896 kommen beide nach München. Werefkin richtet einen „Sa­lon“ ein: auch Gabriele Münter und Wassily Kandinsky verkehren hier. Die Malerinnen und Maler entdecken das Voralpenland, inspirieren sich gegenseitig und gründen gemeinsam die expressionistische Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“.
Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges beendet die kollektiven Aktivitäten und führt Marianne von Werefkin und Alexej Jawlensky in die Schweiz und schließlich nach Ascona, angelockt von der ansässigen Künstlerkolonie.

Berthe Morisot und Mary Cassatt: Künstlerinnen des Impressionismus

Auch diese beiden Malerinnen wurden wiederentdeckt, während die Na­men ihrer Mentoren Èdouard Manet oder Edgar Degas immer präsent waren. Dazu kommt, dass sie gegen das Vorurteil gegenüber malenden höheren Töchtern ankämpfen mussten.

Berthe Morisot (1841-1891) stellt bereits 1863 im Pariser Salon aus. Einem größeren Pu­blikum wird sie allerdings erst als Model in Èdouard Manets Gemälde „Der Balkon“ (1869) bekannt. Porträts und Szenen aus dem Alltag gehören zu ihrem Themenkreis. Aber sie ist darüber hinaus auch die erste Malerin, die mit der Gruppe der Impressionisten ausstellt!

Die gebürtige Amerikanerin Mary Cassatt (1844-1926) lässt sich 1874 in Paris nieder. Edgar Degas wird auf die Malerin aufmerksam und fungiert als ihr Mentor. 1879 ist Cassatt bereits mit zahlreichen Werken in der Impressionistenausstellung vertreten. Die im Kunst­licht schillernde Theater- und Opernwelt nimmt einen besonderen Stellenwert in ihrem Werk ein, später sind es dann die Mutter- und Kind-Darstellungen des bürgerlichen Frau­enlebens. Aber auch als Kunstagentin macht sie von sich reden: Ihr ist es zu verdanken, dass die Kunst der Impressionisten schon früh in Amerika bekannt wird.

Hinweis: Es besteht die Möglichkeit nur eine der beiden Künstlerinnen als Vortrag zu bu­chen.

Camille Claudel (1864-1943)

Die französische Bildhauerin lebte zu einer Zeit als die Bildhauerei noch eine reine Männerdomäne war und doch behauptet sie sich. Ihr Lehrer war der Bildhauer Auguste Rodin. Es entstand zwischen den beiden zeitweilig eine Arbeitssymbiose. Claudel schafft unvergleichlich bewegte Skulpturen aus Bronze und Marmor.